Worin besteht der Unterschied zwischen einem Reisemangel und einer Unannehmlichkeit?

Einige Negativerlebnisse im Urlaub werden vom Urlauber subjektiv als Reisemangel empfunden, in der Rechtsprechung jedoch werden diese lediglich als Unannehmlichkeit eingestuft und lösen daher nicht zwangsläufig einen Anspruch auf Entschädigung aus.

Eine Unterscheidung ist nicht immer einfach.

Werden die im Reisevertrag zugesicherten Leistungen nicht oder nur unvollständig erbracht oder weichen von den getroffenen Vereinbarungen derart ab, sodass dem Reisenden ein erheblicher Nachteil entsteht, so handelt es sich um einen Reisemangel.


Zur Beurteilung der Unzulänglichkeiten werden die Reisebeschreibung gemäß dem Katalog beziehungsweise des Prospektes und der Internetseite des Anbieters zu Grunde gelegt, ebenso die Reisebestätigung und verbindlich vereinbarte Zusatzleistungen.
Der Zweck beziehungsweise der Charakter eine Reise spielen ebenso eine Rolle bei der rechtlichen Einstufung von Mängeln wie die Einordnung der Reisemängel im Zusammenhang mit dem Reiseland.
Darüber hinaus unterliegt der Reiseveranstalter einer umfassenden Informationspflicht gegenüber dem Reisenden, die – sofern nicht vollbracht – ebenfalls Entschädigungsansprüche auslösen kann.

Als Unannehmlichkeit werden dagegen Vorkommnisse beziehungsweise Zustände eingestuft, die unter anderem als landesübliche Gegebenheit oder allgemeines Lebensrisiko einzustufen sind.
Sollten Sie beispielsweise in einem tropischen Land Insekten in Ihrem Hotelzimmer haben, so wird dies aller Voraussicht nach als landesübliche Gegebenheit eingestuft, das längere Warten auf die Zimmerzuweisung im Hotel bei Anreise gilt meist ebenfalls als reine Unannehmlichkeit, die nicht zwangsläufig einen Entschädigungsanspruch auslöst.

Gerne prüfen wir Ihre Unterlagen und die Auflistung Ihrer empfundenen Reisemängel individuell auf mögliche Entschädigungsansprüche und fordern diese anschließend – für sie vollkommen unbürokratisch – bei Ihrem Reiseveranstalter ein.